Flöte & Harfe

Künstlerisch großartiges Adventkonzert in der Kulturscheune

Duo „InBetween“ – plattdeutsch etwas salopp „mittenmang“ – begeisterten Es ist eine feine Sache, dass sich mit Bestehen des Kulturvereins Admannshagen-Bargeshagen so etwas wie ein Netzwerk von Künstlern herausgebildet hat. So geht die Einladung des Duos „InBetween“ zum Adventkonzert auf einen Hinweis des Harfenspielers Helge Kruse vom Orchester „Arpeggio“ zurück, das bereits in der Kulturscheune aufgespielt hatte. Und was für ein Gewinn! Die Harfenistin Ev Pielucha-Freiwald und die Flötistin Sophia Warczak boten ein ausgezeichnetes Konzert und verbreiteten künstlerisch hochwertig eine ganz besonders heimelige weihnachtliche Stimmung zum 1. Advent. Die beiden Damen – nicht nur ein wahrer Ohren-, sondern auch Augenschmaus – griffen mit Johannes Sebastian Bachs Suite in h-Moll gleich zu Beginn in die hohen Regale der Musikliteratur und damit anzeigend, auf welchem Niveau sich dieses Adventskonzert bewegen wird. Bis zur Gänze haben sie dabei die Möglichkeiten der Klangkombination von Harfe und Flöte genutzt und zeigten beispielhafte Beherrschung ihrer Instrumente, die in einen Hörgenuss ersten Ranges auslief. Charles Gounods Bearbeitung der Bach-Variante von „Ave Maria“ animierte beide zu ausdrucksvollen Spiel, in dem Ev Pielucha-Freiwald auf der Querflöte einen romantisch-leidenschaftlichen Grundton führte, während Sophia Warczak gekonnt begleitete und dann einen der Höhepunkte des Konzerts gestaltete. Sophia Warczak spielte solo Adolph Hasselmans „La Source“ – die Quelle. Nachdem grandiosen „Schlittschuhlaufen“ (Francois-Joseph Gossec –temperamentvoll von Ev Pielucha-Freiwald vorgetragen) und dem „Schneefall“ (Antonio Vivaldi) dann diese technische Meisterschaft im Harfenspiel. Vorgetragen mit einer Doppelpedalharfe (erst 1810 durch Sebastian Erard als Musikinstrument vorgestellt). Da wollen 7 Pedale und 47 Saiten harmonisch zum Klingen gebracht werden, damit die Künstlerin leicht und filigran in Ganztönen das Quellwasser nahezu plätschern hören lassen kann. Und Sophia Warczak kann es. Großartig. Da die Damen auch den unterhaltenden sprechsprachlichen Elementen Raum gegeben haben und größere und kleinere Anekdoten, ja sogar eine urkomische Geschichte von dem Lametta und dem Sauerkraut zu Weihnachten pointiert ins Programm einwarfen, hatten sie bei der erreichten tollen Stimmung auch keine Schwierigkeiten das Publikum zum gemeinsamen Gesang des Weihnachtliedes „Vorfreude, schönste Freude…“ von Hans Naumilkat zu animieren. Großer Beifall, am Schluss Zugaben und ein begeistertes, zufriedenes, glücklich eingestimmtes Publikum – mehr geht wirklich nicht!

Wolfgang Dalk

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