Dr. Blues & Friends

Von Dr. Blues & friends ein Musikorkan der Extraklasse

Besucher in der Bargeshäger Kulturscheune feiern Blues-Konzert

Was heißt „Gänsehaut“ auf blues-englisch? Ach ja, „goosebumps“, „Höcker auf einer Gans“. Hätte man das wissen können? Eher nicht. Ist aber auch gar nicht so wichtig. Denn: Die Gänsehaut muss man nicht übersetzen können, man muss sie spüren - so wie gleich mit Beginn des Konzerts von Dr. Blues and his friends in der Kulturscheune von Bargeshagen. Ein begeisterndes Konzert von Dr. med. Udo Franke (Chirurg aus Rostock-Sievershagen) alias Dr. Blues (Piano, Orgel, Gesang). In dem über zwei Stunden-Dauer-„goosebumps“ gab es einiges zu hören, zu sehen, zu singen, zu toben, zu tanzen, zu pfeifen, zu grölen… für die Zuhörer und – schauer. Denn was da alles an Jazz und Blues und Rock, an Stimmung und Begeisterung von der Bühne herab in den Saal wirbelte, war ein Musikorkan, der genauso von einem Blues-Gott beseelt schien, wie von einem Teufel angetrieben. Schon allein Dr. Blues musiziert und singt per Extraklasse. Was er dann noch mit dem Publikum anstellt, hat beste Entertainment-Qualitäten. Mit „The blues is alriht“ von Gary Moore verwandelte er jeden einzelnen im Publikum in einen „StimmungsBluesianer an der B105“ – völlig aus dem Häuschen drehte sich jung und alt im Kreis und wer weiß, wie das Volk noch ausgeflippt wäre, hätten die Stühle nicht in Reihe gestanden und den enormen Bewegungsdrang eingeschränkt. Spektakulär sind Konzerte von Dr. Blues and friends ja immer. Doch diesmal rückte das entrückte Publikum das Ganze ins Superspektakuläre! - dank dieser Wahnsinns-Künstler auf der Bühne. Diesmal mit dem Drummer Olaf Scheffler, der nicht nur bei seinen Soli explodierte; mit dem Bassisten Michael Bahlk, ganz die Ruhe selbst, aber stramm dabei; mit den beiden Bläsern Gunnar Stigge (Posaune) und Alexander Paschen (saxophone), die ein ums andere Mal Beifallkaskaden provozierten… und mit Wolfgang Schmiedt an der Gitarre. Irre – der Kerl! Ganz verrückt seine Gitarrenlicks & Riffs, besonders seine „Hammer-Ons“, um dieses Wahnsinnstempo ins Spiel zu bekommen. Dazu die scharfen „Pulls-off“, dieses Saitenziehen (Bendings), um in die Flüssigkeit zu kommen, die dann die richtige Tonhöhe erreicht… Einfach irre! Und wer solche Granaten an seiner Seite weiß, hat allen Grund, der Macht, der Pracht und der Herrlichkeit des Blues, ja „seines Blues“, seines Dr. Blues, zu vertrauen. Denn da spielt nicht nur jeder den Blues, er lebt ihn. Da kann man sich auch an Jimi Hendrix und Woodstock heranwagen. Beseelt, kraftvoll, extrascharf! Und ganz viel Haut der Gans beim „Let‘s have a good time“ zum Abschied. Tosender Abschiedsbeifall samt Zugaben.

Wolfgang Dalk

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara Krippendorf (Sonntag, 13 Mai 2018 21:22)

    Lieber Dr. Blues,
    beeindruckt vom gestrigen Gespräch und von der Tiefen-Dimension deiner Heil-Methoden kam mir die Idee vom "Tränen Perlen Blues". Genauer gesagt: dein Blues und Texte aus meinem ersten Buch "Tränen Perlen", worin es um die Transformation von Schmerz geht.
    Was meinst du dazu?
    Mit abendlichen Sonntags-Grüßen von der Tanzenden Raben Frau.
    http://www.dancing-raven-woman.de